Belladonna


Lateinischer Name

Atropa Belladonna
 
Allgemeiner Name

Tollkirsche
 
Homöopath. Abk.

Vorkommen

überall
 
Homöopathisch 
wirksame Arznei

Es wird frische Pflanze während
der Blütezeit ohne die Wurzeln verwendet
 
Erste Erwähnung

N.N.
 
Haupteinsatzgebiet

Bereits in der Antike brauchten die Frauen die Pflanze in der Augenkosmetik zur Erweiterung der Pupillen, daher der Name
Belladonna „schöne Frau". Doch nicht selten führte dies zur Erblindung. Im Mittelbild von Belladonna finden wird ebenfalls die
erweiterten Pupillen. 
Belladonna ist ein Heilmittel für das Anfangsstadium von akuten, heftigen, sich rasch entwickelnden Krankheitszuständen. Die
Symptome befallen den Kranken plötzlich mit intensivster Heftigkeit. 
Die Entzündung der betroffenen Stelle äussert sich immer mit ungewöhnlich starker Hitze, Rötung und heftigsten Schmerzen. Bei Fieber steigt dem Patienten die Hitze in den Kopf, was zu einem roten Gesicht, erweiterten Pupillen, angeschwollenen Hals- und
Schläfenadern und aufgeregten Zuständen führt. Dabei sind die Hände und Füsse kalt. 
 
Sonstige Verwendung

Belladonna befindet sich im Zustand äusserster Gereiztheit. Z.B. nur das Sich-Setzen einer Person auf seinen Bettrand kommt ihm
wie ein Erdbeben vor und seine Beschwerden verschlimmern sich ins Unerträgliche. Sämtliche Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche etc. stören ihn. Er möchte nur seine Ruhe. 
Trotz der starken Hitze und Rötung bei allen Erkrankungen werden die Belladonna-Beschwerden durch Wärme gelindert und Kälte verschlimmert. 
Wenn der Patient nach der Mittelgabe ruhiger wird oder schläft, keine weitere Gabe verabreichen, auch wenn das Fieber unverändert
hoch ist. 
 
Dosierung

N.N. 
 
Leitsymptome

- Hitze, Rötung, Brennen, Schwellung. 
- Schwellung oder Entzündung hochrot, heiss, stark berührungsempfindlich
- Plötzlich blitzartige oder pulsierende Schmerzen. Schmerzen verursachen Delirium. 
- Pulsierende, geschwollene Schläfen- und Halsadern mit erweiterten Pupillen.
- Roter, heisser Kopf mit kalten Händen und Füssen.Kein Durst. 
 
Folgen von

Abkühlung, Zugluft, Sonne, Hitze, Ärger, Kopf der Kälte aussetzen (z.B. nach Haarewaschen), Erkältung, Entzündung.
 
Indikationen

Abszess, Angina, Augenentzündung, Blasenentzündung, Brustdrüsenentzündung, Dreimonatskrämpfe, Fieber, Fieberkrämpfe, Gelenkentzündung, Gerstenkörner, Grippe, Heiserkeit, Husten, Impfreaktionen, Keuchhusten, Koliken, Kopfschmerzen, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Nagelumlauf, Nasennebenhöhlenentzündung, Nervosität, Neuralgie, Ohrschmerzen, Reisekrankheit, Röteln, Scharlach, Schlaflosigkeit, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwindel, Sehnenscheidenentzündung, Sonnenstich, Verbrennungen, Windpocken, Wundinfektion, Zahnen, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen.
 
Modalitäten

V: Kälte, Lärm, Licht, Bewegung, Berührung, Erschütterung, Gesellschaft, nachts, Hinlegen, Schlucken.
B: Wärme, Sich-Aufsetzen, Ruhe, Alleinsein, Zurückbeugen (bei Koliken), fester Druck.
 
Psyche
Aggressiv, unruhig, beisst, schreit, schlägt, lässt sich nicht untersuchen. Überempfindlich auf Schmerzen. Phantasiert, ist verwirrt, halluziniert, will Alleinsein.